Praxisbeispiel: Detektion von Fehlstellen in Schlitzwänden einer Baugrube
Praxiseinsatz Berlin, Reichstagsgelände: Detektion von Fehlstellen in Schlitzwänden einer Baugrube von ca. 30 m Tiefe mit anstehender Grundwassersäule von ca. 27 m.
Aufgrund der geologischen Gegebenheiten werden auf einer Großbaustelle Baugruben mit einer Hilfs-Schlitzwand-Konstruktion erstellt. Bei der Betonierung dieser Schlitzwände entstehen Fehlstellen durch losgelöstes Erdreich und Bentoniteinschlüsse. Bentonit wird als Stütz- und Verdrängungsflüssigkeit während des Ausbaggerns bis zum Verfüllen mit Beton verwendet.
Nach der Fertigstellung dieser Hilfskonstruktion wird die Baugrube ausgebaggert und nach dem Gießen der Bodenplatte aus Unterwasserbeton leer gepumpt. Durch den enormen Druck des anstehenden Grundwassers versagte eine Schlitzwand an einer Fehlstelle mit der Folge eines massiven Wassereinbruchs. Mit dem Wasserstrom wurde Sand und Erdreich in die Baugrube gespült. Als Folge davon, brach eine entlang der Baugrube verlaufende Straße ein. An weiteren Stellen des Baugeländes ist historische Bebauung im Wiederholungsfall gefährdet.
Mit dem die Oberflächen durchdringenden Radar können die Schlitzwände während des Lenzens der Baugruben oder danach auf Fehlstellen untersucht werden. Nach der Detektion einer Fehlstelle kann diese angebohrt und mit Schnellzementmörtel verpresst werden. Nach dem Anbohren ist ggf. eine Untersuchung der Fehlstelle mittels Endoskopie nötig, um festzustellen, ob ein Hochdruckspülen (ebenfalls durch das Endoskop) vor dem Verpressen erforderlich ist.
Im konkreten Fall konnte eine massive Deformation eines Bewehrungskorbes nachgewiesen werden. Außerdem konnte gezeigt werden, dass eine Baugrube trotz einer Fehlstelle von maximal ca. 50 cm Tiefe und ca. 2 m Höhe bei offen liegender Bewehrung gelenzt wurde und erst anschließend mit Spritzbeton verfüllt wurde, was ein bedenkliches Verfahren darstellt.