Praxisbeispiel: Vorbereitung für den Bau einer Lärmschutzwand
Ortung von Spanngliedern an einer Autobahnbrücke mit dem Georadar (Impuls-Radar)
Häufig kommt es vor, dass nachträglich Lärmschutzwände entlang von viel befahrenen Straßen errichtet werden. So kann es dann auch sein, dass diese Wände auf Betonbrücken verankert werden müssen. Als Verankerungselemente werden u. a. so genannte Felsanker verwendet. Beim Einbau dieser Anker muss jedoch sichergestellt sein, dass man nicht die Bewehrung der Brücke beschädigt und damit die Belastbarkeit der Konstruktion schwächt.
Zur Ortung von den Bewehrungselementen bieten sich zwei Verfahren an. Zunächst wird mit einem Bewehrungsorter die Tragwerkskonstruktion gescannt. Das kompakte Gerät detektiert das Bewehrungseisen im Beton bis zu einer Tiefe von etwa 10 cm und sendet die Daten über eine Infrarot-Schnittstelle an die Auswerteeinheit, die die Messergebnisse anzeigt und zugleich speichert. Im zweiten Schritt wird die Konstruktion mit einem Impuls-Radarsystem abgetastet, das hochfrequente Strahlen aussendet und die Reflexionen empfängt. Auf diese Weise werden hier Bewehrungen und andere Unregelmäßigkeiten in bis zu 30 cm Tiefe erkannt.
Die Auswertung der gespeicherten Messergebnisse erfolgt anschließend mit einer speziellen Auswertungs-Software. Dabei wird die grafische Darstellung jeder Sollbohrstelle (Ankerposition) auf vorhandene schlaffe und vorgespannte Bewehrungen überprüft und eine optimale Bohrposition bestimmt. Dabei ergeben sich Verschiebungen zwischen der Sollbohrstelle und der tatsächlichen, korrigierten Bohrposition.